Faust. Der Tragödie erster Teil

Inszenierung Nikolaus Habjan
Bühnenbild Jakob Brossmann
Kostüme Denise Heschl

„Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Ein jeder lebt’s , nicht vielen ist’s bekannt,Und wo ihr’s packt, da ist’s interessant."

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Für Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahren

von Johann Wolfgang von Goethe / Schauspiel mit Puppen

Inszenierung
Nikolaus Habjan

Bühnenbild
Jakob Brossmann

Kostüme
Denise Heschl

Das kann doch noch nicht alles gewesen sein! Doktor Faust (ver-)zweifelt, hat er doch Zeit seines Lebens nach Wissen und Weisheit gestrebt und studiert, aber trotz alledem nicht das Gefühl, wirklich etwas erreicht zu haben, oder gar zu wissen, worauf es im Leben ankommt, was „die Welt im Innersten zusammenhält“. Er verflucht Vernunft und Wissenschaft und ist mehr als bereit, den großen Worten wilde Taten folgen zu lassen, sich sogar aus dem Leben zu nehmen, doch da kreuzt der teuflisch anziehende Mephistopheles seinen Weg und bietet dem Doktor an, seinen Erkenntnis- und Erlebnishunger zu stillen – im Gegenzug verspricht ihm Faust seine Seele (nicht wissend, dass diese längst schon Einsatz einer ganz anderen Wette ist) und lässt sich durch das „wilde Leben“ schleppen: Er wird verzaubert und vergnügt, verjüngt und verliebt, aber keineswegs seelenruhiger oder besonnener, und verstrickt so auch noch manch andere/n in seinem Umfeld in dieses zerstörerische, unglückselige Spiel.

Ausnahmetalent Nikolaus Habjan, der derzeit als Regisseur, Kabarettist, Schauspieler und Kunstpfeifer die deutschsprachigen Bühnen erobert, hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, Goethes Lebensthema und -werk mit den Mitteln des Puppentheaters für ein junges Publikum auf die Bühne zu bringen und dabei herauszufinden, warum einem der Klassiker „Faust“ bis heute einfach keine Ruhe lässt: Zu umfassend, fast enzyklopädisch sind Form und Motive, zu aktuell wirkt diese Tragödie über die (selbst-)zerstörerische Natur des modernen, rastlosen Menschen, zu brennend bleibt die Frage, wohin das ewige Streben nach immer mehr Wissen, Sinn, Glück, Liebe, Lust, Taten und Erkenntnis eigentlich führen soll.

 

 

Besetzung

Inszenierung Nikolaus Habjan, Bühnenbild Jakob Brossmann, Kostüme Denise Heschl, Faust Klaus Huhle, Mephistopheles Manuela Linshalm, Margarete Alice Peterhans, Der Herr/Brandner/Marthe/Chor Helmut Pucher, Wagner/Hexe/Chor Christoph Steiner, Erzengel Raphael/Erdgeist/Frosch/Meerkatze/Valentin/Chor Michael Grossschädl, Erzengel Gabriel/Siebel/Meerkatze/Chor/Irrlicht Martin Niederbrunner

Downloads zum Stück

Begleitmaterialien zu FAUST. DER TRAGÖDIE ERSTER TEIL (3,05 MB) Download
FAUST - Das Spiel zum Stück (10,04 MB) Download
Vorstellungen
MAI
DO 25

Faust. Der Tragödie erster Teil

von Johann Wolfgang von Goethe / Schauspiel mit Puppen

Next Liberty unterwegs
JUNI
MI 07

Faust. Der Tragödie erster Teil

von Johann Wolfgang von Goethe / Schauspiel mit Puppen

10:30 bis ca. 12:50
DO 08

Faust. Der Tragödie erster Teil

von Johann Wolfgang von Goethe / Schauspiel mit Puppen

10:30 bis ca. 12:50

Pressestimmen

Habjan inszeniert Goethes ewigen Klassiker im Grazer Next Liberty:
Ein pubertierender Doktor Faust

Von Lüsten getrieben sind die Figuren in Nikolaus Habjans Inszenierung von Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ im Grazer Next Liberty. Selten zuvor hat man den Doktor Faust als derart räudigen Hund erlebt. Selten zuvor hat der Klassiker so gut für junges Publikum (ab 14) funktioniert.
 
Wenn Gott ein goldenes Antlitz hat, das ein wenig an Elton John in den 1970er erinnert und Mephistopheles aussieht, als sei er soeben Murnaus Stummfilm „Nosferatu“ entstiegen, weiß man, dass man in die Theaterwelt des Nikolaus Habjan abtaucht. Humorvolle Anspielungen, rasante Szenenabfolgen, spektakuläre Bilder – der Grazer Puppenspieler, Puppenbauer und Regisseur hat aus Goethes schwerem Klassiker „Faust“ einen über weite Strecken leichten, ja sogar etwas derben Theaterabend gemacht.
 
Die Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält, ist für seinen Doktor Faust dabei nicht allzu lange von Interesse. Denn das geistige Streben hat sich nach der Vertragsunterzeichnung mit Mephisto schnell erledigt. In den Händen von Schauspieler Klaus Huhle wandelt sich Faust vom comichaft alten Zauberer zum räudigen Hund, denn die Verjüngungskur wirft den Doktor zurück in die Pubertät.
 
Habjan lässt „Faust“ auf drei Ebenen spielen. Es gibt den Zuschauerraum mit den „echten“ Menschen, aus dem Gretchen (Alice Peterhans) und Marthe (Helmut Pucher, der sich von einem besserwisserischen Zuseher in eine Frau mit teuflischen Gelüsten wandelt) rekrutiert werden. Dann die klassische „Bühnenrealität“, auf der die Handlung vorangetrieben wird. Und für Mephistos Geisterwelt entfaltet sich auf der Bühne noch eine weitere, barocke Bühne, auf der die Landschaften aus Papier und die Figuren Puppen sind.
Für dieses Spiel mit Theatralik und Wirklichkeit hat Jakob Brossmann (als Filmemacher zuletzt für seine Doku „Lampedusa im Winter“ ausgezeichnet) eine geniale Bühne konstruiert – schlicht und doch pompös und effektvoll. Vor allem im grandiosen Schlussakt!
 
Die Grenze zwischen der Welt der Puppen und jener der Schauspieler bleibt an diesem Abend herrlich diffus – das Ensemble des Next Liberty bewegt sich fabelhaft in der Welt des Nikolaus Habjan. Am glanzvollsten gelingt dieser Grenzgang freilich Manuela Linshalm, die schon lange mit Habjan zusammenarbeitet. Sie verschwindet oft ganz hinter ihrer Mephisto-Puppe, nur um Sekunden später dem Teufel ein zweites – nämlich ihr eigenes – Gesicht zu leihen.
 
Habjan ist ein lustvoller Ritt durch den Klassiker gelungen, mit einem Helden, der so pubertär ist wie das Zielpublikum der Inszenierung (ab 14). So soll’s sein! (Kronen Zeitung)
 
Theatermagie rund um Irrwege und Sinnsuche
Nikolaus Habjan zeigt, was Theater alles kann. Und wie man den Klassiker „Faust“ anpackt.
 
Schon beim „Prolog im Himmel“ weiß man: Es darf gelacht werden. Die Erzengel tänzeln als fette Putten mit Lockenperücken über die Bühne, rezitieren Goethes erhabene Verse mit viel Pathos und raffen grazil den Vorhang. Dieses Lachen ist natürlich von Regisseur Nikolaus Habjan bewusst gewähltes Kalkül. Dabei geht es nicht um das Parodieren eines Klassikers oder um die Anbiederung an junges Publikum. Gelacht werden darf an Stellen, die wohl auch der ehrwürdige Goethe mit einem Augenzwinkern geschrieben hat, oder dort, wo Menschen in ihrer Fehlerhaftigkeit eben lächerlich sind.

Diese humorvolle Leichtigkeit bewirkt aber erst, dass die ernsten Szenen an Tiefe und Bedeutung gewinnen. Während Frau Marthe köstlich outrierend mit Mephistopheles kokettiert, entsteht daneben eine wirklich innige und unpeinliche Liebesszene zwischen Faust und Gretchen als Gegenstück.

Mit durchaus sinnvoller Kürzung des Textes auf rund zwei Stunden gelingt Habjan eine „Faust“-Version, die Theaterneulinge ebenso fesselt wie profunde Faustkenner. Durch kleine Verschiebungen entsteht eine neue spannende Interpretation. So antwortet Gretchen auf Mephistopheles’ Urteil „Sie ist gerichtet!“ selbst (statt der Stimme von oben) ein selbstbewusstes „Ist gerettet!“ und geht ab.

Maßgeblich am Erfolg des Abends beteiligt ist natürlich ein begeisterungsfähiges Team, das die Ideen des Theatermachers Habjan grandios umsetzt. Klaus Huhle ist ein beeindruckender, glaubwürdiger Faust, der als ewig Suchender und Zweifelnder viel Identifikationsfläche bietet, Alice Peterhans eine entzückend natürliche und berührende Margarete und Manuela Linshalm ein wahrhaft dämonischer Mephisto. Sebastian Mock, Helmut Pucher, Leopold Geßele und Martin Niederbrunner brillieren höchst wandlungsfähig in unzähligen Rollen. Habjans charaktervolle Klappmaulpuppen eignen sich klarerweise ideal für Gott und Teufel, Hexen und Irrlicht. Die furiose Walpurgisnacht ist da nur als ein Highlight von vielen zu erwähnen. Bühne (Jakob Brossmann), Kostüme (Denise Heschl), Licht (Michael Rainer) und Musik entfalten in ihrer Gesamtheit wahre Theatermagie. 
(Kleine Zeitung)
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